Unsere Geschichte

Kennengelernt haben wir uns über eine tolle Nachfolgeregelung: Gabriel hat im letzten Jahr seiner Berufstätigkeit sein Pensum als Studienleiter an der PHBern reduziert. Danica wurde für seine Nachfolge angestellt, und wir konnten länger als ein Jahr zusammenarbeiten. In dieser Zeit haben wir uns kennen- und schätzen gelernt. Auch wenn wir bezüglich Alter, Geschlecht und Wohnort unterschiedlich sind, gibt es vieles, was uns verbindet. Wir lesen und schreiben beide sehr gerne, wir kommen aus dem Bildungsbereich, wir interessieren uns für Politik und Gesellschaft, wir engagieren uns.

Unsere berufliche Zusammenarbeit ist seit der Pensionierung von Gabriel beendet. Wir bleiben über diesen Blog denkend und schreibend in Kontakt.

Danica: Ich bin Mitte vierzig, lebe mit meiner Familie in Zermatt und arbeite in Bern. Neben meinem Pädagogikstudium haben mich vor allem zwei Erfahrungen geprägt: das Mutterwerden und meine Zeit bei Kinderschutz Schweiz, wo ich für den Themenbereich gewaltfreie Erziehung verantwortlich war. Aus dieser Arbeit heraus hat sich für mich Gemeinsinn als handlungsleitendes Erziehungs- und Bildungsziel entwickelt. Ein Gedanke, der mich bis heute in meiner Tätigkeit als Studiengangleiterin an der PHBern motiviert. Auch privat beschäftigt mich immer wieder die Frage, wie wir den Gemeinsinn stärken können und was mein Beitrag für die Gesellschaft sein kann. Für das öffentliche Ansprechen einer Ungerechtigkeit, wurde ich 2025 für den Prix Courage nominiert.

Gabriel: Ich bin Mitte sechzig, lebe mit meiner Frau und dem jüngeren Sohn in Wünnewil und bin nun pensioniert. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der die Gemeinschaft einen hohen Stellenwert hatte – teilweise auf Kosten der Individualität. Neben Beruf und Familie waren und sind mir auch Engagements im ehrenamtlichen Bereich wichtig: als Fussballtrainer, als Vereinspräsident, als Mitglied einer Sozialkommission. Der mögliche Verlust von Gemeinsinn als Kitt unserer Gesellschaft beschäftigt mich. Wie kann man ihn fördern? Wie bringen wir Gemeinsinn in eine gute Balance mit Eigensinn bzw. Individualität – sei das in der Bildung oder der Gesellschaft?